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Block streicht 40 % der Stellen — CEO Jack Dorsey nennt KI als Grund für 4.000 Entlassungen
Ende Februar 2026 kündigte das US-Fintech-Unternehmen Block (Mutterkonzern von Square, Cash App und Afterpay) an, seine Belegschaft von über 10.000 auf unter 6.000 Mitarbeiter zu reduzieren — ein Abbau von rund 4.000 Stellen mit Restrukturierungskosten zwischen 450 und 500 Millionen Dollar. CEO Jack Dorsey begründete den Schritt ungewöhnlich offen mit Fortschritten durch KI-Tools, die neue Arbeitsweisen ermöglichten. Die Maßnahme gilt als eines der bislang größten explizit mit KI begründeten Stellenabbauprogramme weltweit und könnte als Präzedenzfall für andere Technologiekonzerne dienen. Dorsey prognostiziert, dass die Mehrheit der Unternehmen innerhalb eines Jahres eine „intelligence-native" Arbeitsweise einführen werde. Trotz der massiven Entlassungen verzeichnete Block zuletzt steigende Umsätze von 6,25 Milliarden Dollar im vierten Quartal sowie Gewinn- und Kundenzuwächse.
Quellen: Regional Update · JOBfellow · TheStreet
KI am Scheideweg: Zwischen Automatisierungswelle, Stellenabbau und dem Aufstieg autonomer Unternehmensagenten
Februar und März 2026 markieren den Übergang von der KI-Experimentierphase zur operativen Realität in der Unternehmenswelt. Die zentrale Nachricht: Immer mehr Konzerne streichen Stellen — und benennen KI offen als Ursache. Block entließ 4.000 Mitarbeiter, Salesforce baute knapp 1.000 weitere Stellen ab — darunter paradoxerweise auch Teams, die an Agentforce arbeiteten. Amazon kündigte 16.000 Stellen an, Workday 400.
Gleichzeitig baut SAP sein Business-AI-Ökosystem massiv aus: Mit dem Joule-Agenten-Builder, neuen Lieferketten-Agenten und der Praxisdemonstration bei FRoSTA (60 % automatisierte Rechnungsschritte) zeigt der Konzern, wie agentenbasierte Automatisierung in Kernsystemen ankommt. Infosys und Anthropic schlossen eine strategische Partnerschaft für Enterprise-Agenten in Banking, Telekommunikation und Fertigung — ein Signal, dass die 280-Milliarden-Dollar-IT-Outsourcing-Industrie Indiens vor einem Strukturbruch steht.
Die strategische Debatte lautet: Wie verhindert man „Agent Sprawl" — unkontrollierte Vermehrung autonomer KI-Agenten ohne Governance? Startups wie Runlayer und OpenAIs Frontier-Plattform kämpfen um die Governance-Schicht der Unternehmens-KI. Laut NBER-Studie (6.000 befragte Manager) könnten bis 2028 allein in USA, UK, Deutschland und Australien 1,75 Millionen Stellen durch KI wegfallen — nicht durch Massenentlassungen, sondern still durch Nichtbesetzung.
TechCrunch: Infosys × Anthropic Partnership
VentureBeat: OpenAI Frontier Platform
VentureBeat: Runlayer OpenClaw Enterprise
SAP News: Business AI Praxisbeispiele
SAP: KI 2026 – Fünf bestimmende Themen
Metaintro: Salesforce Layoffs Feb. 2026
VentureBeat: Agentic AI & Global Business Services
itwelt.at: Digitaler Arbeitsplatz 2026
Exxpress: NBER-Studie 1,75 Mio. Stellen
VentureBeat: GEA – selbstverbessernde Agenten
HBR / Google Cloud: Blueprint Agentic AI
OpenAI lanciert „Frontier" — zentrale Plattform für Enterprise-KI-Agenten
Am 5. Februar 2026 veröffentlichte OpenAI Frontier, eine integrierte Plattform für den Aufbau und die Governance von Enterprise-KI-Agenten. Das System bündelt Tools für Agenten-Ausführung, Evaluierung und Compliance. Zu den ersten Kunden zählen HP, Intuit, Oracle, State Farm, Thermo Fisher und Uber. Frontier läuft zunächst für eine begrenzte Auswahl an Unternehmen; die allgemeine Verfügbarkeit ist für später angekündigt. Die Plattform enthält Metriken zu Erfolgsraten, Genauigkeit und Latenz der Agenten sowie datenschutzkonforme Optionen für die Datenspeicherung.
„Shadow AI": Runlayer löst Enterprise-Governance für Open-Source-Agenten
OpenClaw, ein Open-Source-KI-Agent für autonome Computer-Aufgaben, hat seit seinem Launch in November 2025 eine Massenbewegung ausgelöst — auch in Unternehmensumgebungen. IT-Abteilungen kämpfen gegen unkontrollierte Installationen. Startup Runlayer brachte am 20. Februar 2026 „OpenClaw for Enterprise" heraus: eine Governance-Schicht, die ungesteuerte KI-Agenten in kontrollierbare, abgesicherte Unternehmens-Assets verwandelt. Kunden wie Gusto, Instacart und AngelList haben das System bereits implementiert.
Infosys & Anthropic: Enterprise-Agenten für Banking, Telko und Fertigung
Indiens IT-Riese Infosys gab am 17. Februar 2026 eine Partnerschaft mit Anthropic bekannt, um „enterprise-grade" KI-Agenten zu entwickeln. Claudes Modelle sollen in Infosys' Topaz-KI-Plattform integriert werden, um komplexe Unternehmensabläufe in Banken, Telekommunikation und Fertigung autonom zu steuern. Der Deal spiegelt die tiefe Verunsicherung der 280-Milliarden-Dollar-IT-Outsourcing-Branche wider: Indien ist Anthropics zweitgrößter Markt weltweit.
Selbstverbessernde KI-Agenten: GEA-Framework übertrifft menschlich entwickelte Systeme
Forscher der UC Santa Barbara stellten am 18. Februar 2026 Group-Evolving Agents (GEA) vor — ein Framework, bei dem KI-Agenten gemeinsam evolvieren, Erfahrungen teilen und Innovationen wiederverwenden. Auf SWE-bench Verified (reale GitHub-Fehler) erreichte GEA 71 % Erfolgsquote gegenüber 56,7 % des Basiswerts. Entscheidend: Die Deployment-Kosten steigen dabei nicht — GEA läuft mit normalem Single-Agent-Aufwand.
2026 wird das Jahr, in dem KI beweisen muss, dass sie im Arbeitsalltag wirklich nützlich ist. Entscheidend wird sein, den richtigen Mix aus Innovation, Kontrolle und praktischer Wertschöpfung zu finden.
— Christian Birkhold, VP Product bei KNIME · itwelt.at, Feb. 2026
Salesforce entlässt still knapp 1.000 Mitarbeiter — auch Agentforce-Teams betroffen
Am 10. Februar 2026 wurden bei Salesforce knapp 1.000 Stellen abgebaut — ohne offizielle Ankündigung, erkennbar erst durch LinkedIn-Updates betroffener Mitarbeiter. Betroffen waren Marketing, Produktmanagement, Datenanalyse und paradoxerweise auch Teams, die an Agentforce arbeiteten — dem KI-Produkt, das CEO Marc Benioff als Kern der Unternehmensstrategie beschrieben hat. Agentforce und Data Cloud erzielten zuletzt 1,4 Milliarden Dollar ARR (+114 % zum Vorjahr).
NBER-Studie: 1,75 Millionen Jobs verschwinden bis 2028 — still, durch Nichtbesetzung
Das US-amerikanische National Bureau of Economic Research befragte zwischen November 2025 und Januar 2026 rund 6.000 Führungskräfte in USA, UK, Deutschland und Australien. Ergebnis: Sollten sich die Erwartungen der Manager erfüllen, könnten in diesen vier Ländern bis 2028 rund 1,75 Millionen Stellen durch KI wegfallen — vorwiegend nicht durch Massenentlassungen, sondern durch Nichtbesetzung frei werdender Stellen und schrittweise Automatisierung von Prozessen.
Paradox: In Deutschland wird KI nicht Arbeit wegnehmen — sondern fehlende Arbeitskräfte ersetzen
Ab 2026 nimmt das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland erstmals spürbar ab — die Babyboomer-Generation geht in Rente, ohne ausreichenden Nachwuchs. Laut IAB-Forschungsbericht wird KI damit in Deutschland weniger als Job-Killer wahrgenommen, denn als strategische Notwendigkeit zur Produktivitätssicherung. Modellrechnungen prognostizieren einen zusätzlichen BIP-Effekt von 0,8 Prozentpunkten jährlich — über 15 Jahre summiert: 4,5 Billionen Euro Mehrwertschöpfung.
SAP und FRoSTA: 60 % automatisierte Rechnungsschritte — von mehreren Minuten auf unter eine Minute
Beim Lebensmittelhersteller FRoSTA haben SAP-Partner die Rechnungsbearbeitung vollständig mit SAP Build Process Automation und SAP Document AI automatisiert. Was früher mehrere Minuten dauerte, läuft nun in unter einer Minute — mit 60 % automatisierten Prozessschritten. Das Beispiel zeigt, wie Unternehmen von einzelnen Automatisierungsinseln zu vernetzten, intelligenten Workflows übergehen können, die sich auf weitere Abteilungen ausdehnen lassen.
SAP Business AI: Sovereign-Cloud-Angebote für Europas regulierte Branchen — mit Cohere und OpenAI
SAP veröffentlichte am 2. März 2026 die Highlights seines Q4-2025-Release für Business AI: neue Sovereign-Cloud-Modelle für europäische Compliance-Anforderungen, eine Partnerschaft mit Cohere für souveräne KI in Kanada (Februar 2026) sowie eine Kollaboration mit OpenAI für Deutschlands öffentlichen Sektor. Über den Generative AI Hub stehen Modelle von Mistral, OpenAI, Gemini und Anthropic bereit; SAP Snowflake für Echtzeit-Datenzugriff ist im Q1 2026 allgemein verfügbar.
Ist agentenbasierte KI bereit, Global Business Services umzustrukturieren?
Eine VentureBeat-Analyse vom 10. Februar 2026 zeigt: Während 2025 als „Jahr der agentischen KI" angekündigt war, fehlten die Grundlagen für die Skalierung. In einer Umfrage des SSON-Gipfels hatten 65 % der Global-Business-Services-Organisationen noch kein einziges GenAI-Projekt abgeschlossen. GBS sitzt jedoch an der idealen Schnittstelle von Prozessen und Daten — und könnte zum Launchpad für Agenten-Ökosysteme werden, die inkrementelle Automatisierung überspringen.
Google Cloud und HBR: Drei fatale Fehler bei der Einführung agentischer KI im Unternehmen
Ein HBR-Blueprint von Google Cloud (12. Februar 2026) identifiziert die drei häufigsten Fehler bei Enterprise-KI-Transformationen: auf instabiler technischer Grundlage bauen, unkontrollierten „Agent Sprawl" zulassen und bestehende Prozesse lediglich digitalisieren, statt fundamentale Neugestaltung anzugehen. Unternehmen, die KI nur nutzen, um Vergangenheit zu automatisieren, verpassen die eigentliche Chance — die Orchestrierung einer grundlegend neuen, dynamischen Zukunft.
KI-Automatisierung & Compliance: Fünf Trends für den digitalen Arbeitsplatz 2026
Laut einer Analyse von Konica Minolta und KPMG prägen fünf Entwicklungen den digitalen Arbeitsplatz 2026: KI-gestützte Prozessautomatisierung, EU-AI-Act-Compliance, Cybersecurity-Automatisierung, ESG-Datenerhebung via KI und hybride Cloud-Architekturen. Kostendruck und neue EU-Regulierungen wirken dabei als doppelter Treiber. Steigende Betriebskosten werden von Quocirca als primäre Herausforderung für Unternehmen genannt.
SAP: Das „Autonome Unternehmen" — fast die Hälfte aller Geschäftsprozesse ohne menschliches Eingreifen
Laut SAP-Analyse sind autonome Operationen — bei denen fast 50 % aller Geschäftsprozesse eigenständig laufen und der Großteil der operativen Arbeit automatisiert oder KI-unterstützt ist — bereits in Finanzen, Lieferkette und HR in Energie, Handel und Fertigung im Einsatz. Selbstoptimierende Systeme lernen, verbessern sich und passen sich in Echtzeit an — eingebettet in Clean-Core-ERP-Architekturen.


