Marion Lockert Marion Lockert

Meine Arbeit als Trainerin und Coach wird seit einigen Jahren durch das Modell der Archetypen der Seele® bereichert. In dieser Serie stelle ich Ihnen nacheinander die Aspekte des Modells vor und berichte über meine Erfahrungen damit. Vielleicht kann ich Sie zu ein paar ungewöhnlichen Sichtweisen inspirieren – für neue Impulse für die Selbst- und Fremderforschung.

Das Modell

Das Modell der „Archetypen der Seele®“ beschreibt Menschen als Wesen mit einem vorgeprägten Persönlichkeitskern. Aus einer Vielfalt von 49 möglichen Komponenten bildet sich in jedem Individuum eine 7-teilige energetische Matrix, die unser Potential ausmacht und einen bestimmten Weg der Lebenserfahrung ermöglicht. Der achte Teil der Artikelserie befasst sich mit den Reife­graden unseres Bewusstseins und unserer Seele.

Das Seelenalter

Alle Weltreligionen gehen mehr oder weniger offen von der Annahme aus, dass unsere Seele mehrere Leben auf diesem Planeten verbringt. Das hieße, dass unsere Seele in den ersten Inkarnationen zunächst einmal die Gegebenheiten des Irdischen wie Materie, Zeit und Raum etc. erkunden muss und sich später, mit wachsender Reifung, an­dere Lern- und Lebensthemen stellt. Nach der Archetypenlehre haben unsere Seelen 5 irdische Seelenaltersphasen (s. Kasten) zu durchlaufen, bis der Inkarnationszyklus abgeschlossen ist. Jedes Seelenalter besteht aus 7 Entfaltungsstufen mit aufeinander aufbauenden Lebensthemen, die wir in insgesamt ca. 80 - 100 Leben erschließen.

Analog zu den verschiedenen Bedürfnissen eines Menschen in unterschiedlichen biologischen Altersphasen, hat auch die Seele verschiedene Reifegrade und Aufgaben. Beim Seelenalter geht es vor allem um die Reifung unseres Potentials an Bewusstsein und Liebesfähigkeit.

Die Seelenalter stellen dabei keinerlei Hierarchie oder Werturteil dar – ein Dreißigjähriger ist nicht wertvoller als ein Dreijähriger, er hat lediglich andere Potentiale und Bedürfnisse und hat schon das Alter durchlaufen, dass dem Drei­jährigen noch bevor steht. Alter ist kein Verdienst!

Aufbauende Stufen - passende Lebensthemen

Nicht jeder Mensch hat das gleiche Seelenalter. Sie können selbst als Reife Seele auf der 6 Stufe unterwegs sein, während Ihr Kunde vielleicht als Junge Seele der Stufe 3 inkarniert ist. Woran erkennen Sie, wen Sie vor sich haben? Im Business-Training werden wir vor allem mit Jungen und Reifen Seelen, im Coaching mit Reifen und Alten Seelen in Kontakt sein. Ein Mensch als Inkarnation einer Säuglingsseele (Seelenalter Stufe 1) muss sich zuerst mit der Erfahrung von Körperlichkeit und Verletzbarkeit befassen. Das zweite Seelenalter ist - analog zu der biologischen Phase - als Kind-Seele mit der Erforschung des Ichs, als einem von den anderen getrennten Wesen befasst.

Die Seelenalter

Phase 1: Säugling-Seele
- Erkundung von Körper und Materie
- Geistig-emotionales Bewusstsein: entspricht einem Alter bis 16 Monate

Phase 2: Kind-Seele
- Das Fühlen erkunden
- Geistig-emotionales Bewusstsein: entspricht einem Alter von 2 - 14 Jahren

Phase 3: Junge Seele
- Ich-Stärke und Selbstbehauptung
- Geistig-emotionales Bewusstsein: entspricht einem Alter von 15 - 35 Jahren

Phase 4: Reife Seele
- Verinnerlichung und Verantwortung
- Geistig-emotionales Bewusstsein: entspricht einem Alter von 35 - 65 Jahren

Phase 5: Alte Seele
- Einsamkeit u. Verbundenheit
- Geistig-emotionales Bewusstsein: entspricht einem Alter von 65 + Jahren

Junge Seele: Einfluss und Macht

Stellen Sie sich einen Jugendlichen vor, der dabei ist, seine Identität durch Abgrenzung und dem Ausloten von Grenzen zu formen. Visualisieren Sie die Pioniere im wilden Westen des 19. Jahrhunderts. Oder denken Sie an den Börsianer, der „Gewinnen“ als seine zentrale Maxime lebt, oder  den Unternehmer, der seine große Vision als Marktführer umsetzt und ein Imperium aufbaut - und vielleicht auch wieder verliert. Das sind typische Aufgaben und Erfahrungen der Jungen Seelen.

Die Junge Seele will handeln und sich bewegen, wie es der 3. archetypischen Energie des Kriegers entspricht. Sie will aktiv in das Schicksal anderer eingreifen. Daraus ergibt sich notwendigerweise auch die Berührung mit Unrecht, Rechtsmissbrauch, Grausamkeit, Egoismus und Fanatismus, aber auch rasante Aufstiege, kraftvolle Projekte, Durchbrüche. Im Seminar werden Sie bei diesen Teilnehmern eine Vorliebe für Wettbewerbe und Gewinnspiele erkennen. Schwarz-Weiß-Denken herrscht vor. Die Junge Seele ist noch nicht wirklich in der Lage, sich empathisch in andere hineinzuversetzen, und die Fähigkeit, sich aus der Meta-Position zu betrachten und zu reflektieren gehört weder zu ihren Fähigkeiten, noch Bedürfnissen. Nach einer Fremdeinschätzung gefragt, wird die Junge Seele oft antworten: „Woher soll ich das wissen - da müssen Sie die anderen fragen!“ Bei Systemaufstellungen habe ich die Erfahrung gemacht: Diese Methode ist nicht „altersgemäß“.

Die Junge Seele wird selten ins Coaching kommen, eher in eine Beratung. Denn persönliche Probleme werden geleugnet oder hinweggefegt, alles scheint lösbar und machbar, und „Strafe muss sein.“ Erkenntnis gelingt eher durch Rangfolge und Vergleich, und Fortschritt bedeutet: Höher - schneller - weiter - mehr!

Reife Seele: Wohlstand und Einfluss

Eine individuelle Psyche und Seele zu besitzen wird für jemanden im Reife-Seelen-Stadium nach und nach zu einer als Gewissheit empfundenen Wirklichkeit. Nun beginnt ununterbrochener Zwiespalt und Zwiegespräch zwischen äußerem und innerem Erleben. Überall sind Probleme, wo vorher keinerlei Schwierigkeiten vorhanden schienen. Warum? Beziehung, Arbeit, Besitz, Erfolg darf immer stärker hinterfragt werden. Und Reife Seelen können sich ihrer Angst vor Problemen besser stellen - deshalb sind auch mehr Probleme „da“.

Die Reife Seele steigt hinab in die Dunkelheit ihrer Psyche, um sich besser kennen zu lernen. Sie erkennt übergreifende Verbindungen auf allen Ebenen, Mikrokosmos und Makrokosmos ringen ihr Respekt ab. Sie empfindet Unterschiedlichkeit  nicht mehr grundsätzlich als Bedrohung. Das große Thema der Reifen Seele heißt „Verantwortung“ und das Tragen der Konsequenzen eigenen Handelns, wie es der 4er-Energie des „Gelehrten“ entspricht. Der reif-seelige Versicherungsvertreter sagt dann z.B.: „Man muss für diesen Job Menschen mögen!“ Das Bewusstsein für die eigenen Ängste wächst also - ebenso wie Einfühlungs­vermögen und Liebesfähigkeit.

Die Reife Seele im Seminar ist in der Regel stark interessiert an Psychologischem, Persönlichkeitstests und dem Hinterfragen und Differenzieren von Dingen. Deswegen ist sie auch der Idealkandidat für ein psychologisches Coaching.

Alte Seele: Selbstausdruck ohne Kompromisse

Die Alte Seele ist zunehmend weniger interessiert an gesellschaftlichem Engagement und Aktionen. Gemeinschaft weicht immer mehr einem Individuationsbedürfnis, ein zunehmendes Gefühl von Einsamkeit entsteht, verbunden mit einer wachsenden Dünnhäutigkeit: Das Leiden anderer, vor allem Lieblosigkeit wird schwer ertragen. Begegnen Sie also einem Kauz, den Anpassung kaum interessiert - es könnte eine Alte Seele sein!

Im Coaching erleichtert es eine Alte Seele sehr zu wissen: Ihr Grundgefühl von Außenseitertum und Sensitivität ist normal und angemessen!

Die Seelenalter kann man auch spüren: Je höher das Alter, desto größer Ausstrahlung oder Tonfrequenz: von Violino Piccolo zu Contrabass.

Und wie schwingen Sie?

Literaturempfehlung

Dr. Varda Hasselmann, Frank Schmolke, Die 7 Archetypen der Angst. Goldmann-Verlag 2010

Die Autorin

Marion LockertMarion Lockert, ist Trainerin für Entfaltung von Führungskraft und Persönlichkeit, NLP-Lehr-Coach und Lehrtrainerin für Systemauf­stellungen, ist Leiterin des „TT-Forschungskreises Arche­typen der Seele – Spiritualität im Business“. Seit 18 Jahren intensiv mit diesem Modell verbunden, wird sie von Hasselmann/Schmolke persönlich als Matrix-Aufstellerin und Archetypen-Coach empfohlen. Sie bietet, neben der Aufstellungsarbeit in verschiedenen Kontexten, seit 25 Jahren Businesstrainings und Prozessbegleitungen an.

Kontakt

Marion Lockert Institut
Richard-Wagner- Str. 11
30177 Hannover

Tel. 0511-76351690
Fax 0511-763 51 69-4

ml@marion-lockert-institut.de
www.marion-lockert-institut.de

 

 

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