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Rezension zu "75 Bildkarten. Die Kraft der Emotionen."

Im Vorwort wird versprochen, dass man durch den Einsatz der Karten „den Anforderungen des Lebens selbstwirksam begegnen2 kann.

Im Kapitel 1 setzen sich die Autorinnen mit Emotionen auseinander. Es gibt positive und negative, beide haben ihre Ursache meist in Erfahrungen, die oft be- oder unbewusst in der Kindheit verankert und damit an sich erledigt sind. Ein erster Schritt zum Abbau oder zur Stärkung derer sei das Sich-Bewusstmachen der Herkunft, so die Autorinnen. Gefühle, Emotionen, Affekte und Stimmungen werden begrifflich auseinander genommen und erklärt. Dabei werden Gefühle als Überbegriff für mentale und körperliche Aspekte des Fühlens, Emotionen für „die Wahrnehmung eines Ereignisses“, Affekte als „Kontrollverlust“ und Stimmungen als personenunabhängiger Zustand angesehen.

Die Autorinnen setzen sich mit dem Thema Stress auseinander und stellen fest, dass unbefriedigende Gefühle auch stressen können. Dabei hat jeder seine eigene individuelle Stressbewertung und auch Antistressstrategie. Hier setzen die Autorinnen an.

Im 2. Kapitel geht es um Gefühle und Bedürfnisse. Hilfreich sind die Listen nach Marshall B. Rosenberg, um Gefühlen Namen zu geben. Oft können Teilnehmer nicht ausdrücken, wie es ihnen geht, wenn Bedürfnisse un-/befriedigt sind oder bleiben. Es sind auch die drei Karten, die ich auf Anhieb am interessantesten und anregendsten finde (73, 74, 75).

Die Autorinnen setzen sich mit Bedürfnissen auseinander und listen über drei Spalten positive Bedürfnisse auf. Diese können den Nutzern bei der Klärung helfen, was ihn und warum er bewegt ist.

Allerdings verweisen die Autorinnen auch auf negative Beweggründe, die jedoch in unserer Gesellschaft tabuisiert sind und deswegen selten erwähnt werden. Ihr Argument, sie aus Platzgründen ebenfalls wegzulassen, ruft bei mir eine Irritation (= Bedürfnis nicht erfüllt) hervor.

Im Kapitel 4 geht es um „die Macht der Bilder“. Für den Einsatz der Karten empfehlen die Autorinnen drei Wege: zum Einstieg, zur Vertiefung und zum Transfer. Die Motive sollen „in die Welt des Erlebten“ (S. 13), aber auch „zum Annehmen und Loslassen führen“. Es wird mit gegenständlichen, aber auch Struktur-Motiven gearbeitet.

Im 5. Kapitel wird in Übungen eingeführt und werden Beispielübungen angeführt. Die Kunst ist, die Bedürfnisse, die hinter den Emotionen stecken, zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren. Oft jedoch reagieren wir nur auf die oberflächlichen Gefühle, wie z.B. Angst, Irritation, Freude.

Die Beispielübungen sind sehr komplex und erfordern ein entsprechendes Umfeld wie auch Expertenwissen in der Durchführung. Hier hätte ich mir auch niedrigschwelligere Beispiele gewünscht. Besonders anregend finde ich die „Zu-Hause“-Übung.

Es gibt außerdem eine hilfreiche Tabelle, in der anhand von fünf Beispielkarten Bedürfnis und Gefühle zugeordnet werden. Hier kann jeder sich selber fragen, ob diese mit den eigenen Assoziationen übereinstimmt.

Abgerundet wird das Set durch Download-Möglichkeiten.

Fazit: Für den praktischen Einsatz in Lernsituationen empfehlenswert. Ich freue mich auf den baldigen Einsatz des Sets.

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